Es ist lediglich wegen der Veröffentlichung auf YT, ein Video geworden. Er will damit seinen Kanal Pushen, seinen Markennamen als Incluencer stärken. Nur deswegen hat er es als Video veröffentlicht. Sicher ohne YT hätte er vielleicht nicht die Reichweite gehabt. Aber ich finde das sagt dann auch schon einiges über den Medienkonsum unserer Gesellschaft aus oder? Alternativ hätte er aber auch noch einen Blog, einen Leserbrief oder einen Podcast anbieten können.
Zudem hat er ebenfalls dazu beigetragen diese Video-Plattformen noch wichtiger zu machen, dabei ist sie Teil des Problems. Indem er nur YT gewählt hat und nicht auch noch alternative Sprachen oder Videoportale. Wäre er kein Informatiker würde ich das auch nicht so eng sehen. Allerdings scheint er technisch so affin zu sein das er das hätte auch stemmen können im Zweifellsfall auch als Torret, Podcast oder Video oder mit Blog.
musv wrote:Sorry, aber der Inhalt ist wichtiger als das Medium. Bist du dann wenigstens konsequent und boykottierst alle "Monetarisierungsplattformen"? Was bleibt dann übrig?
Inhalt interessiert mich. Videos transportieren davon sehr wenig und bisher kann man sie weder gut vor noch zurück Spulen. Ein Transkript von ihm hab ich auch nicht gefunden. Sicher dann gibt es da noch das als Google-Doc vorliegende Quellenverzeichnis. Eben wie du schon schreibst ist der Inhalt wichtiger als das Medium, man hätte es also auch über andere Medien verfügbar machen müssen. Man hätte es auch als Ton veröffentlichen können oder als Bit-Torrent Datei, wenn man selber nicht die Bandbreite hat.
Ich boykottiere auch YT nicht, aber dort ist ein Großteil, 99,999 % der Inhalte dort sind leider nur leeres Rauschen. Statt mir ein Video anzuschauen nutze ich die Zeit lieber für anders. Ich gebe gerne Geld aus für Bücher, Zeitschriften, Zeitungen. Auch spende ich gerne an Wikipedia und diverse OS Projekte auch gibt es einige die Vorträge oder gute Dokumentationen machen. Gerne auch per Podcast. Zum Beispiel die
Metaebene von Tim Pritlove, oder vom CCC, media.ccc.de. Die machen sich halt richtig mühe bei der Auswahl und aufbereitung der Themen und sammeln auch Spenden. Sicher die gibt es auch auf YT, aber eher wegen der Bandbreite. So ein Selbstgespräch Video von einem Youtuber ist halt nicht wirklich praktisch da kann er noch so viele Quellen verlinkten und die Tabellen und Grafiken einblenden. Es ist nicht viel mehr als eine Power-Point Präsentation mit Eigenmeinung. Leider unterm Strich dann nur Unterhaltung. Für einen typischen Influencer ist das vielleicht schon gehobenes Maß, immerhin ist er 26 und kein Teenager mehr, er wirkt aber wie einer. Weil das eben zu den Influencern und seiner Zielgruppe passt.
Noch mal kurz zum Medium:
Mich stört einfach die Selbstverständlichkeit mit der große Zeitungen Tracking-Cookies, Pixel oder Inhalte von Facebook oder Twitter oder Google einbinden. Warum es ein Problem darstellt ist den meisten hier wohl geläufig. Ja ich finde das es dann nicht unbedingt ausschließlich auf einer Videoplattform stattfinden muss die noch mehr Informationen zwischen speichert und ein einfaches Addblock und Skrip-Plugin nicht ausreicht weil ein Grossteil des Browserunterbaus vom selben Konzern kommt.
Es gab aber jetzt schon ein Medien-Echo das mir ausgereicht hat. Jeder der sich sowohl für das Thema Wirtschaft und Klimapolitik interessiert, für den war keine neue Erkenntnis dabei. Interessant ist das ganze eher aus dem soziologischen Hintergrund und zu beobachten wie andere Medien konsumieren und verbreiten. So ist es halt ein Video von jungen Menschen die wenige Ereignisse in Politik und Wissenschaft verfolgen, für junge Menschen die noch weniger mit bekommen.
Dieser ganze neoliberalistisch bevorzugte Selbstdarstellungstrieb der Menschen, die sich unbedingt selber vermarkten müssen und sich durch ihre Geräte zunehmen im Mittelpunkt der Welt sehen, ertrage ich einfach nicht mehr. Ja ich weiß, die wenigstens sind so die meisten sind Klug, anders, aufgeschlossener und in den meisten Fällen hab ich sogar richtig gute Laune wenn ich wieder mit den Fridays for Future Gruppen gesprochen hab oder mit den Praktikanten und Auszubildenden im Betrieb. Aber das Problem in meinen Augen ist das sie viel zu viel Zeit mit diesen Netzwerken verschwenden, weil deren Algorithmen darauf getrimmt sind das sie möglichst viel Zeit dort verbringen, viele Informationen schaffen, konsumieren und möglichst viel suchen (müssen), statt finden oder wissen. Die Zeit ist verschwendete Zeit. In denen man sich auf etwas wesentliches hätte konzentrieren können.
Sicher es gibt sehr viele Inhalte bei YT, die auch besser und gehobener sind. Für Intellektuelle gab es dort eine Bereicherung, aber nur weil wir schon gelernt haben uns ganz genau auszusuchen was wir sehen. Wir blenden den ganzen Schrott aus, weil wir ihn als das erkennen. Es gibt da sehr viele die Probleme damit haben, da ist dann der Personalisierungs Algorithmus und vor allem das genutzte soziale Netzwerk nicht unbedingt etwas das sie auf qualitativ hochwertige Inhalte verweist.
Generell ist es gut wenn es in der Masse eine Diskussion auslöst. Aber bitte außerhalb dieser Netzwerke. Es wäre schon viel gewonnen wenn viele ihre Allgemeinbildung nicht über Influencer von YT, FB oder Twitter beziehen würden. Die Wikipedia wäre schon ein etwas gehobenes maß und die unterste Eben wohl ausschließlich Suchergebnissen von Google. Als Gesellschaft hatten wir mal die Stärke, das es ganz unterschiedliche Sichtweisen gab jeder seine vorbringen konnte, man hörte zu und einzelne Punkte wurden unterschiedlich besprochen. Heutzutage gibt es etwas mehr Schubladen und jeder scheint den anderen nur in seine Denkmuster-Schublade stellen zu wollen und bestimmte Punkten können da nicht mehr neu gedacht werden. Was aber auch darauf zurückzuführen ist das sowohl die Algorithmen Inhalte für (uns) vor sortieren als auch das eigen Umfeld lediglich in den Werbeblasen vor sich her blubbert, was aber auch daran liegt das Nutzer weg schauen oder abschalten wenn es mal anspruchsvoller wird.
Mir kommt es oft zumindest so vor als existiert immer mehr Gleichschaltung und weniger Ausarbeitung und Dialog. Aber das liegt wohl auch daran das ein leckeres Cookie-Rezept halt sehr oft gebacken wird und die Kekse deswegen sehr oft überall gleich schmecken. Dennoch existiert auch die Vielfallt im Internet die wir alle lieben und Schätzen, doch dinge die gar nicht im Netz stehen scheinen auszusterben oder für viele nicht zu existieren. Es wird zu oft in das Licht gestarrt statt die echte Welt zu beobachten.