- Willst Du ein möglichst sicheres Linux-System, auch wenn dies bedeutet auf das letzte Prozent Performance zu verzichten ?
- Ist Dir ein sicherer Kernel - und auch ein sicheres Gesamt-System - wichtiger als Komfort, wie z.B. Hibernation, 32-bit-Unterstützung oder eine automatisierte Kernel-Konfiguration ?
- Willst Du wissen, was in Deinem Rechner los ist und magst deshalb keine Installations-Skripte, bei denen nicht klar ist, was sie alles tun ?
- Bist Du auch ein Fan vom KISS Prinzip ?
[2025-06-27] Hinweis: Dieser Guide ist inzwischen 5 Jahre alt und hat auch schon diverse Änderungen erlebt (z.B. Update der Profile von 17.1 auf 23.0). In der Zwischenzeit habe ich einiges in unserem Gentoo Wiki auf Englisch verfasst (um auch internationale User zu erreichen); jedoch (noch) nicht alles von hier. Wenn Du ein bischen Englisch verstehst empfehle ich auch diese Artikel im Wiki zu lesen, da sie aktueller sind (sein sollten). Fange am besten hier an (und folge den Links, und weiteren Links,...): https://wiki.gentoo.org/wiki/User:Pieti ... _at_Gentoo
Falls Du noch zögerst, lies erstmal das Kapitel "Manuelle Konfiguration des Kernels". Wenn Du danach denkst: "Das schaffe ich", dann lies hier weiter.
Falls Du noch zögerst weil Dein Wissen über Netzwerke noch sehr gering ist, dann wirf einen Blick hier hinein: X.1 Netzwerk Kompendium
Der komplette erste Teil orientiert sich strikt nach dem offiziellen Gentoo Handbuch für AMD64:
https://wiki.gentoo.org/wiki/Handbook:AMD64
Ich habe deshalb für alle Schritte einen Link zur jeweiligen Seite beigefügt, so dass Du dort überprüfen kannst, wo ich abweiche und warum. Bitte lese diese auch, da dieser Guide das Handbuch nur ergänzt und nicht ersetzen soll und will. Zusätzlich habe ich so ziemlich alles verlinkt, was ich selbst verwendet habe ... also das halbe Gentoo Wiki, einige Forums-Beiträge und etliche externe Seiten.
Im zweiten Teil werde ich schrittweise zusätzliche Sicherheit bauen, wie z.B. Firewall oder SecureBoot. Im Gegensatz zu den Teilen von (A) sind diese jedoch unabhängig voneinander und können wahlweise eingesetzt werden. Alte Gentoo-Hasen dürften sich daher nur für diese interessieren, sollten aber doch wenigstens kurz den ersten Teil lesen, damit sie wissen, worauf ich im zweiten Teil aufsetze.
Aufteilung / Inhalt:
A) Grund-Installation - "the dummy part" (komplett)
1. Tips und Beginn der Installation
2. Manuelle Konfiguration des Kernels I.
3. Ende der Installation bis zur Installation von KDE (Plasma) und Backup
4. Sicherheit
B) Zusätzliche Sicherheit - "the paranoid part" (wahlweise)
1. Firewall und Proxy-Server (iptables / privoxy)
2. Manuelle Konfiguration des Kernels II.
3. Umstellung auf SecureBoot
4. Verschlüsselung der Festplatte
5. Privacy mit Falkon ("sandbox")
6. Privacy mit unbound / DNS over TLS
Voraussetzungen:
- Ein neuer PC, oder ein älterer PC mit leerer Festplatte, oder ein älterer mit einer Festplatte die gelöscht werden darf (weil die Daten unwichtig sind, oder gesichert wurden)
- Du brauchst einen zusätzlichen PC mit Internet-Anbindung und Browser (darf auch ein Windows-Rechner sein), schon allein auch deswegen, damit Du Dir die CD zum booten brennen kannst. Falls Du keinen hast, frage einen Freund. Ohne ist es zwar nicht unmöglich, aber doch schon sehr mühselig (Du müsstest sehr viel vorher ausdrucken).
- Stift und Papier (... viel Papier).
- Du solltest wissen, welche Komponenten in Deinem neuen Rechner stecken (zumindest grob).
- Für Teil B.4 zwei USB-Sticks, wenn Du die alte dmcrypt-Methode verwendest; nicht wenn Du die neue fscrypt-Methode verwenden willst.
- THINK ! (tm) by IBM. Wenn Du von Teilen der Installation abweichen willst - oder musst, weil Du z.B. einen AMD Prozessor hast - werde ich nicht jede mögliche Konstellation beschreiben; die Links sollten Dir aber weiterhelfen. Übernimm nicht blind jeden Befehl - überlege was der Befehl macht. Wenn Du eine Zeile wie z.B. diese "# ln -s net.lo net.enpXXXXXX" findest, kannst Du Dir sicher sein, dass dieser Befehl von Dir noch angepasst werden muss (auf den Namen Deiner Ethernet-Schnittstelle). Und natürlich darf der Name Deines PC nicht "hal" sein; so heißt ja schon meiner ... (joke ... ok poor joke).
Diese Anleitung erstellt folgende System-Konfiguration und wurde so auf diesem Notebook installiert:
Code: Select all
GENTOO Installation for HAL
===========================
Equipment and Enviroment:
-------------------------
Tuxedo Book BC1703: Intel i7-4712MQ (HD Graphics 4600 with 1920x1080; no extra graphic adapter), 16 GB, 500 GB SSD Samsung Evo 840, Blu-Ray
WITH: UEFI SecureBoot, ethernet, ipv4, alsa, usb, OpenRC, KDE, profile:NO-MULTILIB+PLASMA, german settings, grub only for fallback reasons
WITHOUT: systemd, ipv6, initramfs, bluetooth, wlan, raid, printer, seriel port, paralell portFalls Du GNOME statt KDE willst, ist dies machbar. Lies am besten hierzu: https://wiki.gentoo.org/wiki/GNOME/GNOM ... emd/Gentoo
Einzig zu systemd kann ich nichts sagen, da ich mich nicht damit auseinander setze ... und hoffentlich nie tun muss. Meine Meinung dazu: Sicherheit oder systemd - Du kannst nicht beides haben ... (und darüber diskutiere ich auch nicht). Falls Du ein Freund von systemd sein solltest, will ich Dich nicht zu OpenRC überreden, aber falls Du noch schwankst, mach' doch einfach eine Suche im Forum nach "GLSA openrc" und danach eine nach "GLSA systemd" ... das Ergebnis:
NULL ... gegen:
https://forums.gentoo.org/viewtopic-t-1 ... stemd.html
https://forums.gentoo.org/viewtopic-t-1 ... stemd.html
https://forums.gentoo.org/viewtopic-t-1 ... stemd.html
https://forums.gentoo.org/viewtopic-t-1 ... stemd.html
Edit 2022-04-27: Und ganz aktuell von heute: https://www.heise.de/news/Microsoft-fin ... 67100.html (Nein, Microsoft, systemd ist noch nicht automatisch Linux; Korrekt müsste es heißen: "Microsoft findet root-Luecken im networkd-dispatcher von systemd".)
Woran manche erst als letztes denken ... möchte ich als erstes ansprechen: Ein Backup-Konzept
Falls Du bereits eines hast, vergiss das hier und mach' gleich weiter - ansonsten: Du musst Deine Daten sichern ! Dabei sind (mindestens) drei Fragen zu klären:
1) Auf welches Medium / welche Medien, und wohin damit,
2) Ein komplettes Backup der Festplatte/-n oder "nur" die Daten, und
3) Inkrementell oder diverse Generationen ?
Ich habe für mich diese Fragen so (schlecht) beantwortet:
1) Meine große Kiste hat eine SSD und eine HD. Ich syncronisiere täglich einmal alle Daten von der SSD auf die HD. Von dieser (eingebauten) HD syncronisiere ich (bedarfsweise) auf eine externe (USB-)HD, die ansonsten in einem feuerfesten Tresor liegt. Das Notebook hat nur eine SSD. Diese wird über das Netz auf die (eingebaute) HD der großen Kiste gesichert (und damit von dort aus auch auf die externe Platte). Eine wechselnde Sicherung auf verschiedene externe Festplatten (an verschiedenen Standorten lagernd) wäre natürlich besser ...
2) Ich sichere nur die Daten, also /etc und /home. Das bedeutet, falls sich eine SSD verabschiedet, muß ich eine komplette Neu-Installation durchführen. Das sehe ich nicht so tragisch, da ich ja die Konfiguration aller Programme habe (zwei wichtige Dateien kopiere ich deshalb immer manuell nach /etc/MY) - meine Entscheidung. Mache was Du für richtig / notwendig erachtest.
3) Auch nur ... Ich empfehle Dir aber das gute alte Großvater-Vater-Sohn-Prinzip: https://de.wikipedia.org/wiki/Datensich ... Vater-Sohn
Da ich dieses Backup-Konzept als absolutes Minimum ansehe, habe ich am Ende von A.3 eine Beschreibung beigefügt. Mehr ist natürlich besser = sicherer ! Wenn Du eine externe Festplatte UND eine Cloud hast, nutze beides. Eine Sicherung auf USB-Sticks empfehle ich nicht, da diese schneller defekt gehen können als man meint.
Probleme ?
Falls Du Probleme mit diesem Guide hast, mache bitte drei Dinge:
1. Lies das Kapitel "Collecting additional information" (oder komplett): https://wiki.gentoo.org/wiki/Troubleshooting
2. Versuche soviel Daten wie möglich zu sammeln und diese dann in
3. einem neuen Post in diesem Forum gleich mitzugeben - am besten in der Deutschen Sektion (weil mein Englisch sehr bescheiden ist - naja wirst Du schon sehen, falls Dir einige Posts von mir in die Finger fallen
Mein Lieblingsspruch: Eine exakte Problembeschreibung ist bereits die halbe Lösung.

