


Nicht nur ersetzen oder überflüssig machen: ConsoleKit ist schon jetzt nicht mehr unter aktiver Entwicklung:schmidicom wrote:Auf einigen Webseiten behaupten die Leute systemd würde consolekit ersetzen oder zumindest überflüssig machen, stimmt das?
Das macht mir Angst, der letzte gdm hat noch consolekit als Standard und braucht es vermutlich auch?franzf wrote:Nicht nur ersetzen oder überflüssig machen: ConsoleKit ist schon jetzt nicht mehr unter aktiver Entwicklung:schmidicom wrote:Auf einigen Webseiten behaupten die Leute systemd würde consolekit ersetzen oder zumindest überflüssig machen, stimmt das?
http://www.freedesktop.org/wiki/Software/ConsoleKit
Das heißt auf kurz oder lang wird jeder der udisks verwendet (und das ist jeder, der heute auf dem Linux-Desktop einen MediaTray o.'. am Werkeln hat) auf systemd umstellen müssen, denn udisks braucht polkit was wiederum ConsoleKit/systemd braucht.

Also bei mir geht "Normal" so:disi wrote:Normal geht das so:
1. etwas einstecken
2. wirre popups und notifications
3. 'mount' in the Konsole eingeben, um herauszufinden wo er es evtl. bereits gemapped hat
4. auf der Konsole im Verzeichnis nach den Dateien suchen und ggf. mit rsync o.Ae. in die lokalen Ordner kopieren (e.g. Fotos, Dokumente)
Genau meine Rede. Ich hoffe nur, dass Gentoo das OpenRC-System lange unterstützt und nicht KDE irgendwann von systemd zwingend abhängt. Das letzte was ich auf der Mailingliste mitbekommen habe, ist dass zumindest ersteres auf absehbare Zeit kein Problem sein sollte. Bei KDE bin ich mir aber nicht sicher, weil ja ConsoleKit eine Abhängigkeit ist, die jetzt schon nicht mehr weiterentwickelt wird. Schon möglich, dass KDE da demnächst umfällt^H^H^H^H^Hschwenkt.bell wrote:Ach ja, wie schnelllebig doch das ganze ist. Dabei ist die Ablösung von "hal" durch die "*Kit's" noch gar nicht so lange her. Damaliges Argument war: All-in-One Lösungen sind nich gut wartbar, daher Aufsplittung in mehrere "*Kit's". Und wo geht es jetzt wieder hin?
http://wiki.freebsd.org/KDE4/musv wrote:KDE läuft doch eigentlich auch BSD. Wie funktioniert das eigentlich da mit dem *kit-Geraffel und systemd in Zukunft?

Das ist eigentlich das Hauptproblem, das ich mit systemd habe. Würde das Ding nicht vom Systemstart über Session-Verwaltung und Logging bis zum Rasenmähen alles übernehmen, dann hätte ich kein Problem mit systemd, da ich es schlicht und ergreifend nicht einsetzen muss. Aber so hängt z.B. KDE irgendwann von dem Teil ab und man kann gleich sein ganzes System umstellen.musv wrote:Missachtung Unix-Philosophie: Für jede Aufgabe ein Tool.
Da es von Red Hat vorangetrieben wurde und diverse Projekte (KDE, Gnome) erst von Hal, dann von *kit in ihrer Funktionalität und Lauffähigkeit abhängig gemacht wurden, werden sie wohl alle nicht drumherum kommen, früher oder später auf systemd umzusteigen.

Soweit ich das bisher mitbekommen hab, scheint Poettering seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Daemons gelegt zu haben. Zumindest kenn ich keine anderen Projekte von ihm.mv wrote:Dafür Daemonen laufen zu lassen, die im laufenden System permanent Ressourcen brauchen, ist natürlich eine Schnapsidee; schon allein wegen dieser hätte das Konzept in der Tonne landen müssen.

Ja genau, das meinte ich mit socket-based- und bus-name-based activation. Spätestens bei einer Anfrage über den Socket oder DBus wird der Dienst dann gestartet. Zwar läuft ein systemd Prozess laufend, aber wieviele Dienste laufen auf einem durchschnittlichen PC, die meist nicht oder nur sehr selten benutzt werden (cups, sshd, cron etc pp).musv wrote:Soweit ich das bisher mitbekommen hab, scheint Poettering seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Daemons gelegt zu haben. Zumindest kenn ich keine anderen Projekte von ihm.mv wrote:Dafür Daemonen laufen zu lassen, die im laufenden System permanent Ressourcen brauchen, ist natürlich eine Schnapsidee; schon allein wegen dieser hätte das Konzept in der Tonne landen müssen.
Ohne jetzt aber alles gleich verteufeln zu wollen, warten wir erstmal ab, was aus systemd wird. Vielleicht ist das Teil gar nicht so schlecht. Ach ja, wie ich das gelesen hab, soll das Teil wohl auch die Eigenschaften von inetd beinhalten. D.h. benötigte Dienste sollen bei Bedarf gestartet werden.
Man kann trotzdem syslog Daemons laufen lassen, welche dann die vom systemd journal gesammelten Logs (inkl STDERR, systemd und normales syslog) weitergereicht bekommen und in eine Datei, Datenbank übers Netzwerk oder sonstwohin schreiben können. Zum automatischen Auswerten des Logs ist ein um Metadaten angereichertes Binär-Log sicherlich nicht verkehrt.mv wrote:Binär-Blobs statt Logdateien. Damit man im Falle echter Probleme einen Segfault statt wichtiger Informationen erhält!
Ein Zeichen seiner Inkompetenz: Daemonen sind prinzipiell ein hackischer Workaround, die bestenfalls für Netzwerkdienste eine Berechtigung haben. Für alle anderen Sachen sollte das entsprechende Programm nur bei Bedarf gestartet werden und nicht permanent Ressourcen fressen.musv wrote:Soweit ich das bisher mitbekommen hab, scheint Poettering seinen Schwerpunkt auf die Entwicklung von Daemons gelegt zu haben.
Noch. Poettering hatte schon angekündigt, dass er Text-Logdateien für Teufelszeug hält und verbannen will. Er will aber wohl erst warten, bis Redhat die syslogd-Kröte schluckt, bevor er die nächste Verschlechterung durchdrückt. Das sieht wirklich so dermaßen nach System aus, dass allmählich der Verdacht aufkommt, der Mann wir von MS bezahlt, um die Konkurrenz Linux zu ruinieren.forrestfunk81 wrote:Man kann trotzdem syslog Daemons laufen lassen
Vor allem Bootprobleme werden ja regelmäßig nur durch Log-Parsingscripte gelöst.Zum automatischen Auswerten des Logs
Schön, dass wir uns über das Symptom einig sind: Wie ich schrieb, sind alle diese Daemonen eine Notlösung, die sich nur dann nicht vermeiden lassen, wenn man diese Dienste in einem Server von außen zugänglich machen muss. Die Kur kann aber nicht sein, noch einen zusätzlichen Dienst permanent laufen zu lassen.Zwar läuft ein systemd Prozess laufend, aber wieviele Dienste laufen auf einem durchschnittlichen PC, die meist nicht oder nur sehr selten benutzt werden (cups, sshd, cron etc pp).
Alle genannten Kritikpunkte hast Du vorsichtshalber mal weggelassen.astaecker wrote:Hier mal eine Zusammenfassung der hier genannten Vorteile und der Kritik zu systemd.
Käme ja auch schlecht, wenn man wie Du diese Software verteidigen will. Schade, dass Du auch die Wahrheit (s. z.B. Poettering und Consolekit) weggelassen hast.Polemik habe ich weggelassen.
Wie kann das unter "Vorteile" landen, dass man damit zwingend ein klaffendes Sicherheitsloch aufs Auge gedrückt bekommt?systemd Login Manager - ConsoleKit Ersatz:
Achso, ja: Zwei verschiedene Libraries für die wichtigsten sicherheitsrelevanten Aufgaben, bei deren "Zusammenspiel" sich die Entwickler von Exploits schon jetzt die Hände reiben können. Damit wird es natürlich ein Vorteil.Er lässt sich parallel zu ConsoleKit betreiben, so dass nicht umgestellte Software nicht auf der Strecke bleibt.
http://cgit.freedesktop.org/ConsoleKit/?h=masterLennart (war nie ein CK Entwickler)
Das ist ein Vorteil eines distributionsabhängigen Systems. Wie beispielsweise OpenRC. Oder SystemV. Oder Systemd. Oder Upstart. Wo war noch mal der spezielle Vorteil von systemd? Vermutlich, dass Lennart für ständige Änderungen der eigenen Konfigurationsfile bekannt ist (siehe das HAL-Debakel u.ä.).Vereinheitlichung von Konfigurationsdateien:
Ja, genau: Die Vereinheitlichung, die gerade als großer Vorteil beschworen wurde und die es mit syslogd glücklicherweise distributionsunabhängig gibt, kann man natürlich in diesem Punkt kaputt machen. Und wenn man nebenbei noch dafür sorgen kann, dass eine bei einem Halb-Boot mit einem defekten Filesystem geschriebene Datei nun statt zumindest halber Information nur noch einen CRC-Fehler melden kann, ist das natürlich auch ein enormer Vorteil.Journal - Syslog Ersatz:
Erlaubt die Integration von Logs aus allen bekannten Quellen in systemctl start/stop/status.
Was bitteschön hat eine interne Strukturierung eines Programms mit dem obigen Punkt zu tun? Abgesehen davon nützt bei einer Fehlplanung der Grundfunktionalität die schönste Strukturierung und Dokumentation der Details nichts.All-in-One Lösung / Missachtung Unix-Philosophie:
systemd intern gut strukturiert und hat sauberern Code
Fakt ist: Der Ressourcenverbrauch ist bei vernünftiger Konfiguration des Gesamtsystems vollkommen überflüssig, weshalb der Einsatz schon bei Desktops vermieden werden sollte. Es kann bei einem schnell zusammengeschusterten System als Notlösung dienen, aber eine ordentliche Distribution sollte solche Hacks vermeiden.Der Ressourcenverbrauch ist gering, weshalb systemd auch für Embedded Hardware geeignet ist.

Die Dateisystem-Rechte sind eine gute Grundlage, bieten aber keine feingliedrigere Rechtevergabe. Es gibt etliche Anwendungsfälle, die nur mit ConsoleKit/Login Manager und PolKit möglich sind. Jedes Review der Software zeigt seinem Lesern solche Szenarien auf.mv wrote:Wie kann das unter "Vorteile" landen, dass man damit zwingend ein klaffendes Sicherheitsloch aufs Auge gedrückt bekommt?
Die beiden interagieren nicht miteinander, sondern laufen nur parallel zueinander.mv wrote:Achso, ja: Zwei verschiedene Libraries für die wichtigsten sicherheitsrelevanten Aufgaben, bei deren "Zusammenspiel" sich die Entwickler von Exploits schon jetzt die Hände reiben können. Damit wird es natürlich ein Vorteil.Er lässt sich parallel zu ConsoleKit betreiben, so dass nicht umgestellte Software nicht auf der Strecke bleibt.
Das hat mich überrascht, da ich mich an einen Blogpost o.ä. erinnern kann, wo er eben diese gesagt (natürlich finde ich den Post nicht wieder). Dennoch wenn man nach Lennart als Autor in obigen System sucht, sieht man, dass er selber nur ein paar Patches beigesteuert hat. Die Releases hat er wohl getaggt, weil es keinen anderen mehr gab, der dies getan hat. Beides macht ihn für mich nicht zu einem Kernentwickler .mv wrote:http://cgit.freedesktop.org/ConsoleKit/?h=masterLennart (war nie ein CK Entwickler)
Irgendwie sprechen wir nicht über die gleiche Sache. Es macht doch Sinn, wenn man z.B. in /etc/locale distributionsunabhängig die Lokalisierung einstellen kann, anstatt sie bei Gentoo unter /etc/conf.d/... , bei Fedora unter /etc/default/... und bei OpenSUSE sonstwo zu finden.mv wrote:Das ist ein Vorteil eines distributionsabhängigen Systems. Wie beispielsweise OpenRC. Oder SystemV. Oder Systemd. Oder Upstart. Wo war noch mal der spezielle Vorteil von systemd? Vermutlich, dass Lennart für ständige Änderungen der eigenen Konfigurationsfile bekannt ist (siehe das HAL-Debakel u.ä.).Vereinheitlichung von Konfigurationsdateien:
Das Journal ist optinal.mv wrote:Ja, genau: Die Vereinheitlichung, die gerade als großer Vorteil beschworen wurde und die es mit syslogd glücklicherweise distributionsunabhängig gibt, kann man natürlich in diesem Punkt kaputt machen. Und wenn man nebenbei noch dafür sorgen kann, dass eine bei einem Halb-Boot mit einem defekten Filesystem geschriebene Datei nun statt zumindest halber Information nur noch einen CRC-Fehler melden kann, ist das natürlich auch ein enormer Vorteil.Journal - Syslog Ersatz:
Erlaubt die Integration von Logs aus allen bekannten Quellen in systemctl start/stop/status.
Intern hat systemd etliche Module, die sauber voneinander getrennt sind. So bleibt die Software wartbar und man hat nicht die Probleme einer Fehlplanung wie HAL (All-in-One Lösung).mv wrote:Was bitteschön hat eine interne Strukturierung eines Programms mit dem obigen Punkt zu tun? Abgesehen davon nützt bei einer Fehlplanung der Grundfunktionalität die schönste Strukturierung und Dokumentation der Details nichts.All-in-One Lösung / Missachtung Unix-Philosophie:
systemd intern gut strukturiert und hat sauberern Code
Das musst du weiter ausführen. Ich weiß nicht, wie du das genau meinst.mv wrote:Fakt ist: Der Ressourcenverbrauch ist bei vernünftiger Konfiguration des Gesamtsystems vollkommen überflüssig, weshalb der Einsatz schon bei Desktops vermieden werden sollte. Es kann bei einem schnell zusammengeschusterten System als Notlösung dienen, aber eine ordentliche Distribution sollte solche Hacks vermeiden.Der Ressourcenverbrauch ist gering, weshalb systemd auch für Embedded Hardware geeignet ist.