Bitte keine Diskussion über den Sinn und Unsinn eines Gentoo/*BSD in diesem Thread.
(mod-edit: sondern in diesem Thread --slick)
Aktuell
8. September 2006 inzwischen läuft nur noch GFBSD auf meinem Laptop und auch Java funktioniert nun.
16 Juni 2006 Gentoo/FreeBSD läuft auf meinem Laptop und ist für mich nahezu benutzbar. Einziges Problem ist Java, das ich leider für mein Studium benötige.
15 Juni 2006 erste Schritte mit Gentoo/FreeBSD in einer VMWare Installation. [/list]
Vorwort
Achtung: Dies ist keine Anleitung für Einsteiger. Um Gentoo/FreeBSD zu installieren, sollte man sich mit dem englischen Tastaturlayout, Grub, der Konsole, einem Editor (vi, ee, nano), Portage (maskieren, demaskieren, u.s.w.) u.v.m. recht gut auskennen. Außerdem sollte viel Spieltrieb vorhanden sein. Gentoo/FreeBSD ist nicht besser, schöner, schneller oder cooler als Gentoo/Linux. Es gibt nur zwei Gründe es zu installieren. Einer ist um seinen eigenen Spieltrieb zu befriedigen, der andere um zu helfen Gentoo/FreeBSD besser zu machen. Idealerweise treffen aber beide Gründe zu.
Gentoo/FreeBSD ist der (in meinen Augen erfolgreiche) Versuch, die Gentoo Designprinzipien auf den FreeBSD-Kernel zu portieren. Dabei wird gegenüber Gentoo/Linux nicht nur der Kernel ersetzt, sondern es werden auch Bibliotheken und Userland-Programme von FreeBSD übernommen. Der FreeBSD-Port ist inzwischen so weit gereift, dass er Einzug in den offiziellen Portage-Baum fand.
Gentoo/FreeBSD ist allerdings lange noch nicht stabil. Wer es einsetzt, wird sicher an der ein oder anderen Stelle Probleme bekommen, die es unter Gentoo/Linux nicht gibt. Nach meiner bisherigen Erfahrung sind diese Probleme zu lösen - garantieren werde ich das aber nicht. Wer Gentoo/FreeBSD einsetzen möchte, sollte dies neben seiner normalen Gentoo/Linux Installation, oder aber in einer VM, tun.
Dennoch halte ich Gentoo/FreeBSD für mich, und für Leute mit besonders viel Spieltrieb, schon jetzt für benutzbar. So ziemlich alles, was ich bisher ausprobiert habe, funktionierte auch. Einzige bisherige Ausnahme ist natürlich Java.
Nichtssagende, aber immer wieder gern gesehene Screenshots meiner Installation findet ihr hier, hier und hier.
Vorbereitung
In Vorbereitung auf die Gentoo/FreeBSD Installation sollte folgendes vorhanden sein:
- VMWare, eine freie Festplatten-Partition oder ähnliches
- wenn Gentoo/FreeBSD neben anderen Systemen installiert werden soll, ein Backup eurer gesamten Dateien(!)
- eine auf mindestens FreeBSD 6.0 basierende FreeSBIE Live-CD (zur Zeit ist das die Entwicklerversion, zu beziehen unter http://torrent.freesbie.org)
- eine Internet-Verbindung (DSL mit Router funktioniert. Alles andere konnte ich nicht testen)
Info: bei eventuellen Unklarheiten konsultiert bitte auch die englische original Installationsanleitung.
Wenn ihr Grub installiert habt, empfehle ich zunächst Grub zu booten und in der Grub-Shell "geometry (hdX)" auszuführen, wobei X natürlich für die Festplatte steht auf der ihr euer Gentoo/FreeBSD installieren wollt. In der ersten Zeile der Ausgabe steht dann etwa folgendes:
Code: Select all
drive 0x80: C/H/S = 1023/255/63, The number of sectors = 78140160, LBAJetzt können wir die FreeSBIE Live-CD booten. Den startenden X-Server können wir sofort wieder beenden und auf das zweite Terminal wechseln, um uns dort als root einzuloggen. Ein Passwort benötigen wir dafür nicht. Beachtet, daß das Tastaturlayout englisch ist. Als erstes sollten wir dafür sorgen, daß wir auch eine Netzwerkverbindung besitzen. Folgender Befehl öffnet die Netzwerkkonfigurieren von FreeSBIE:
Code: Select all
sysinstall tcpMenuSelectUm nun einen Slice und daraufhin Disklabels anzulegen führen wir folgenden Befehl aus:
Code: Select all
sysinstall diskPartitionEditor diskPartitionWrite diskLabelEditor diskLabelCommitCode: Select all
WARNING: A geometry of xxxxx/xx/xx for adX is incorrect. Using a more likely geometry. ...Nun können wir einen Slice anlegen (Taste c) und mit ESC beenden. Anschließend öffnet sich der diskLabelEditor und wir können DiskLabels erstellen. Der Einfachheit halber gehe ich davon aus, dass ihr nur ein root-Label und ev. ein Swap-Label angelegt habt. So dumm es auch klinkt: Wenn sysinstall im Verlauf einen Fehler meldet (z.B. nach dem Anlegen eines Slice) hilft ein reboot.
Da jetzt die Festplatte vorbereitet ist, können wir diese mounten. Dies bewerkstelligen wir durch den Befehl "mount /dev/adXsXa /mnt/ufs.1".
Wenn es beim Booten der FreeSBIE Live-CD bereits eine FreeBSD Partiton gegeben hat, oder ihr zwischendurch nochmals neu gebootet habt, hat FreeSBIE diese Partiton bereits gemountet. Allerdings nur read-only (zu erkennen an der Ausgabe von "mount"). Um dies zu ändern müsst ihr sie mit diesem Befehl remounten:
Code: Select all
mount -u -o rw /mnt/ufs.1Ab jetzt wird es, bis auf die noch folgende Kernel-Konfiguration, sehr gentootypisch.
Code: Select all
cd /mnt/ufs.1/
wget http://gentoo.osuosl.org/experimental/x86/freebsd/stages/gentoo-freebsd-6.1-stage-20060802.tar.bz2
tar -jxvpf gentoo-freebsd-6.1-stage-20060802.tar.bz2
rm gentoo-freebsd-6.1-stage-20060802.tar.bz2
mount -t devfs none /mnt/ufs.1/dev/
cp /etc/resolv.conf /mnt/ufs1/etc
chroot /mnt/ufs.1/ /bin/bash
source /etc/profile
Als nächstes müssen wir den Portage-Baum beziehen, das profile setzen und unsere make.conf anpassen.
Code: Select all
emerge --sync
ln -sf /usr/portage/profiles/default-bsd/fbsd/6.1/x86/ /etc/make.profile
ee /etc/make.conf # alternativ natürlich auch mit vi oder nano
(folgendes sollte in die make.conf eingetragen werden. Zusätzlich könnt ihr natürlich auch noch USE und CFLAGS angeben.)
CHOST="i686-gentoo-freebsd6.1"
ACCEPT_KEYWORDS="~x86-fbsd ~x86"
FEATURES="-sandbox collision-protect"
Code: Select all
emerge freebsd-sources
cp /usr/src/sys/i386/conf/GENERIC.hints /boot/device.hintsWie man den Kernel erstellt, ist gut im FreeBSD-Handbuch im Kapitel 8 beschrieben. Wichtig zu wissen ist, dass es unter Gentoo/FreeBSD nur die "herkömmliche" Methode zum Bau eines Kernels gibt (wird im Handbuch ebenfalls beschrieben).
Jetzt ist es Zeit, die fstab einzurichten.
Code: Select all
ee /etc/fstab
#(So ähnlich sollte die /etc/fstab aussehen)
/dev/adXsYb none swap sw 0 0
/dev/adXsYa / ufs rw 1 1
/dev/acdX /mnt/cdrom cd9660 ro,noauto 0 0Code: Select all
config_bfe0=("192.168.0.22 netmask 255.255.255.0")
routes_bfe0=("default gw 192.168.0.1")Code: Select all
emerge boot0
exit
fdisk -B -b /mnt/ufs.1/boot/boot0 /dev/adX
chroot /mnt/ufs.1 /bin/bash
disklabel -B adXsY
Fertig! Noch schnell das root-Passwort vergeben, einen Benutzer anlegen und schon haben wir unsere erste Gentoo/FreeBSD Installation vollendet.
Code: Select all
passwd
adduser
exit
rebootLokalisation
Sicher möchtet ihr ein deutsches Tastatur-Layout. Leider befindet sich im aktuellem Baselayout kein Init-Script mehr dafür, und die unter Gentoo-Linux üblichen Konfigurationsdateien in /etc/conf.d (keymaps, consolenfont) werden nicht verarbeitet. Zur Lösung dieses Problems habe ich mir aus dem CVS das Init-Script "syscons" bezogen und leicht erweitert. Ladet es euch hier http://www.nachtnebelnelken.de/gentoo/f ... .d/syscons herunter, speichert es in /etc/init.d, macht es ausführbar und fügt es eurem runlevel hinzufügen. Anschließend müsst ihr in /etc/conf.d die Datei syscons erstellen. Der Inhalt sieht in etwa wie folgt aus:
Code: Select all
KEYMAP="german.iso.acc"
VIDMODE="MODE_279"Code: Select all
options VESA
options VGA_WIDTH90
options SC_PIXEL_MODEUnd jetzt?
Ihr könnt nun recht normal eure geliebten Programme emergen. Allerdings gibt es dabei gleich des öfteren Probleme. X wollte bei mir beispielsweise freeglut-2.4 emergen, was aber nicht compilierte. Nachdem ich die 2.4er maskierte, compilierte die Version 2.2 dann aber fehlerfrei durch. Anschließend wollte dann der xf86-video-i810 in der Version 1.6.0 nicht übersetzen. Also habe ich wiederum diese Version maskiert und die Version 1.4.1.3 compilierte dann fehlerfrei. Solche Probleme werdet ihr ganz sicher auch bekommen. Ihr solltet euch dann zu helfen wissen, Bug-Reports schreiben, oder am besten den Fehler selbst fixen. Meine oben aufgeführten, nichts sagenden Screenshots sagen aber eventuell doch etwas aus: Gentoo/FreeBSD kann man zusammen mit Xorg-7-0 und KDE-3.5.3 zum Laufen bekommen.
Links
- Die Gentoo/FreeBSD Projektseite: http://www.gentoo.org/proj/en/gentoo-al ... /index.xml
- A short guide to Gentoo/FreeBSD: http://www.gentoo.org/doc/en/gentoo-freebsd.xml
- Die Projektseite zu FreeSBIE: http://www.freesbie.org
- Das FreeBSD Handbuch.
- Wikipedia Artikel zu Gentoo/FreeBSD auf deutsch und englisch. (und der Aufruf von mir diese Artikel zu verbessern)
- Ein Interview mit Diego Pettenò, einem der Gentoo/FreeBSD Entwickler: http://ezine.daemonnews.org/200604/gent ... rview.html.
- Gentoo/FreeBSD in der "Future Zone" des GWN vom 7.Februar 2005 in englisch bzw. in deutsch.
- Eine ältere Installationsanleitung aus dem englischem Teil des Gentoo-Forums. Nicht mehr aktuell, aber eventuell immer noch informativ: http://forums.gentoo.org/viewtopic-t-32 ... -fbsd.html.
Hilefoks





