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ACCEPT_KEYWORDS="~x86" emerge programmnameWas bedeutet ACCEPT_KEYWORDS="~x86" eigentlich?
Bei Gentoo gibt es "stabile" und "maskierte" (=testing) Pakete. Stabile Pakete tragen den Namen der Architektur, also "x86", "amd64", "ppc", etc. Maskierte Pakete tragen eine Tilde vor dem Namen, also "~x86", "~amd64", "~ppc", etc. Auch wenn im weiteren von x86/~x86 die Rede ist, gilt das Gesagte auch für die anderen Architekturen.
In /etc/make.conf kann man durch den Eintrag von ACCEPT_KEYWORDS angeben, ob man ein "stabiles" oder "maskiertes" System verwenden will. Für die meisten User macht es vermutlich Sinn, die stabile Einstellung zu wählen.
Was bewirkt ACCEPT_KEYWORDS="~x86" emerge programmname?
Hat man in der /etc/make.conf die Einstellung für x86 getroffen wird nun für dieses eine Mal die Variable kurzfristig auf ~x86 umgesetzt. Nun handelt Portage so, als wäre das System auf ~x86 umgestellt worden und installiert Pakete, die als "testing" markiert sind, wie es ja gerade eben gewünscht wurde. Eventuell werden hier - besonders wenn man gleichzeitig auch noch den Parameter -u (--update) angegeben hat - gleich grössere Teile des Systems umgestellt, was eigentlich gar nicht beabsichtigt war.
Nach diesem einen Befehl ist das ~x86 wieder vergessen. Früher oder später wird daher Portage vorschlagen, ein maskiertes ~x86 Paket wieder auf x86 downzugraden. Diese Problematik verschlimmert sich weiter, wenn man nun versucht, das System mit -U upzudaten, um das Downgrade zu verhindern. Siehe dazu auch 1000 Gründe warum emerge -U world schlecht ist.
Wie gehts richtig?
Man lese: Neue Funktionen und Optionen in Portage 2.0.50
Durch die Verwendung von /etc/portage/package.keywords kann man Portage langfristig (und nicht nur für die Dauer eines Befehls) mitteilen, von welchen Paketen man maskierte Versionen einsetzen will. Dadurch werden diese (und nur diese) in den "testing"-Versionen installiert und der Rest des Systems bleibt stabil.
Noch eine Anmerkung zum Schluss:
Es gibt meistens Gründe, warum ein Paket maskiert ist. Meist handelt es sich um erst kürzlich veröffentlichte Versionen, die noch nicht in 100% der Fälle funktionieren. Sollte die Installation schiefgehen, empfiehlt es sich, die Foren und bugs.gentoo.org zu durchsuchen.







