gt_amd64 wrote:OT: Ich hatte es mal eine Zeit lang mit firefox-bin in der Vergangenheit probiert und da gab es ständig Probleme mit Abhängigkeiten oder die aktuelleste Version von Firefox war manchmal Tage/Wochenlang nicht verfügbar und selbst wenn das im Moment nicht mehr so problembehaftet sein sollte wie früher: Beim Firefox ist die für meine CPU-optimierte und selbst kompilierte Version deutlich schneller beim Seitenaufbau/Scrollen, d.h. gerade beim Firefox lohnt sich der Zeitaufwand! Mit *-bin-Versionen verschenkt man (fast) alle Vorteile von gentoo, dann kann man auch gleich Arch nehmen.
Das ist tatsächlich so. Die meisten sagen der mögliche Geschwindigkeitsvorteil von Gentoo im Vergleich zu anderen Distributionen ist nicht der Grund, warum diese Leute Gentoo benutzen sondern die Anpassungsmöglichkeit mit den USE-Flags. Es ist schwer verwendbare Benchmarkvergleiche zu finden, diese liefern dann aber auch oft ein Bild, das man nicht erwartet hätte (auch Gentoo kann in Benchmarks langsamer sein als andere Systeme).
Aber ich habe selbst in diesem Jahr die Erfahrung gemacht, einen langsamen MiniPC für wenig Geld gekauft, Celeron n5105 mit 16GB-DDR4 Ram. Es war Win11 vorinstalliert, Katastrophe, auf dem Desktop hat sogar der Mauszeiger geruckelt. Also zum schnellen Vergleich Ubuntu drauf, Standarddesktopanwendungen liefen viel flüssiger, das ruckeln war weg, trotzdem wenn man mit Firefox, Thunderbird, Libreoffice gleichzeitig arbeitet sind die Grenzen der langsamen Hardware einfach da, es wird schnell alles träge. Mit Gentoo ist das anders, klar ist es kein High-End-PC, aber man kann flüßig mit der Kiste arbeiten und es ist alles absolut akzeptabel. Da ich ausschließlich (außer Kernel) stable verwende laufen die großen Updates die ca. alle 6 Wochen kommen halt über Nacht, passt für mich alles.
Aber man muss sich eben auch die Frage stellen ob es einem das alles Wert ist, wenn man sich in 1-2-3-4-5 Jahren einen wesentlich besseren PC kaufen würde und dieser Geschwindigkeitsvorteil der momentan den Unterschied zwischen -> unbenutzbar -> und es läuft gut <- darstellt, aufeinmal nicht mehr da ist weil es auch mit binärdistros richtig gut läuft.
Ich persönlich finde ein Gentoo zu installieren ist gar nicht mehr so der große Aufwand, wenn man das oft genug gemacht hat und sein "Cheatsheet" hat hier mal 45-60 Minuten befehle eintippen, Neustarten und da ist das Basissystem.
Aber mich hat der Kernel immer mehr abgeschreckt und ich benutzte inzwischen gentoo-kernel und nicht mehr gentoo-sources. Ich habe dies in kompilierzeiten verglichen
https://forums.gentoo.org/viewtopic-t-1 ... ight-.html Und der Unterschied ist für mich die Mühe nicht Wert.
Klar sagen viele "mach dir einfach nach und nach ne config, lese die Treiber aus, dann läuft der Kernel schon irgendwann". Das habe ich auch. Aber es gibt so viel das ich nicht verstehe, bis hin zu Sicherheitsdingen. Auch auf dem Laptop hat sich meine Akkulaufzeit mit gentoo-kernel im Vergleich zu gentoo-sources (obwohl ich powersave nutzte) um fast 20% gesteigert und ich bin zufrieden.
Somit mein Fazit:
Gentoo ist für mich absolut Zeitgemäß egal auf welchem System. Es bietet einem einfach die Freiheit, selbst wenn irgendwelche gesetzlichen Einschränkungen kommen sollten wie
gt_amd64 gestern schrieb, man hat einfach mehr Freiheit. Und inzwischen bietet Gentoo einem auch enorm viel Hilfe an, z.B. die Metapakete bei KDE-Plasma oder der benutzbare gentoo-kernel(-bin), damit es schneller "einfach nur läuft".
Das Forum hier ist eh was ganz besonderes. Nette Leute, kein getrolle, niemand wird für die zehnte gleiche Frage am Tag doof angeredet. Hier sind viele tolle Menschen auf Augenhöhe was ich z.B. enorm schätze, es gibt kein zweites Forum in dem ich mich regelmäßig herumtreibe weil mich genau diese Punkten an Menschen so sehr stören
<3 gentoo