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Tipp: / readonly (für Router / kleine Server)
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slick
Bodhisattva
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Joined: 20 Apr 2003
Posts: 3481

PostPosted: Sun Jan 07, 2007 6:08 pm    Post subject: Tipp: / readonly (für Router / kleine Server) Reply with quote

Ich hatte mir http://gentoo-wiki.com/HOWTO_Read-only_root_filesystem angeschaut um / meines Router readonly zu mounten. Leider habe ich keine extra Partition für z.B. /etc und die zweite Variante mit /etc/mtab scheint mir etwas kompliziert. Meine Variante braucht nur minimale Anpassungen und läßt sich zur Laufzeit von root wieder rückgängig machen. Sie hat allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Hier meine Vorgehensweise, die sich eignet für kleine Systeme ohne X wie etwa kleine Server oder Homerouter, was den Vorteil hat das nach einem Stromausfall (wahrscheinlich) kein fsck laufen braucht. Das ist gerade von Vorteil wenn der Rechner ausschließlich remote administriert wird und Dateisystemfehler die häufigste Ursache sind wenn der Rechner nicht mehr sauber von allein hochfährt. Auf solchen Systemen gibt es meist keine weiteren User-Accounts, sodaß hier nicht auf die Konfiguration eingegangen wird die nötig wäre wenn sich Benutzer (außer root) anmelden möchten.

Das Prinzip funktioniert so: Wir schmuggeln etwas Code in das Initscript ein welches / mountet und somit brauchen wir auch keine initrd o.ä. sondern gaugeln dem System vor alles wäre wie sonst. Ggf. muss das Vorgehen angepaßt werden wenn bestimmte Services laufen.

Wir legen auf / ein leere Verzeichnis an, hier als Beispiel /new
Code:
mkdir /new


Wir legen folgendes Script, hier als Beispiel /sbin/readonlymount, an

Code:
#!/bin/sh

PATH="/bin:/usr/bin:/sbin:/usr/sbin"

# / readonly mounten
mount -o ro `mount -vf -o remount /|cut -d " " -f 1` /

# Ramdisk erstellen
mount -t tmpfs none /new

# folgende Verzeichnisse werden in der Ramdisk anlegen
DIR="/etc
   /root
   /var/run
   /var/log
   /var/lock
   /var/lib
   /tmp"

# pro Verzeichnis dieses in der Ramdisk anlegen, Original reinkopieren und in / einhängen
for dir in $DIR ; do
   mkdir -p /new/${dir}
   cp -a ${dir}/* /new/${dir}
   cp ${dir}/.* /new/${dir}
   mount -o bind /new/${dir} /${dir}
done

# hier noch ggf. anpassen von Dateirechten
#chown foo:bar /dir
#chmod $$$ /dir

exit 0


Natürlich könnte man auch unionfs benutzen um die benötigten Verzeichnisse rw zu mounten, allerdings paßt unionfs nicht zu jedem Kernel und ist auch nicht ganz so schnell wie eine reine Ramdisk. Geschwindigkeit ist aber hier meist egal, ist halt Geschmackssache sag ich mal. Unionsfs würde dafür aber Ram einsparen falls dieser sehr knapp ist.

Wir machen das Script ausführbar.
Code:
chmod +x /sbin/readonlymount

Als nächstes bearbeiten wir die Datei /etc/init.d/checkroot. Zuerst legen wir eine Sicherungskopie an, besser ist das ;-)
Code:
cp /etc/init.d/checkroot /root/checkroot.backup

Nun suchen wir in der Datei folgenden Block:
Code:
        # Should we mount root rw ?  the touch check is to see if the / is
        # already mounted rw in which case there's nothing for us to do
        if mount -vf -o remount / 2> /dev/null | \
           awk '{ if ($6 ~ /rw/) exit 0; else exit 1; }' && \
           ! touch -c / >& /dev/null
        then
                ebegin "Remounting root filesystem read/write"
                mount -n -o remount,rw / &> /dev/null
                if [[ $? -ne 0 ]] ; then
                        eend 2 "Root filesystem could not be mounted read/write :("
                        if [[ ${RC_FORCE_AUTO} != "yes" ]] ; then
                                /sbin/sulogin ${CONSOLE}
                        fi
                else
                        eend 0
                fi
        fi

Diesen Block lassen wir wie er ist, umschliessen ihn nur mit einer if-Abfrage
Code:
if cat /proc/cmdline | grep "makereadonly" &> /dev/null ; then
     # Pfad zu unserem Script:
     /sbin/readonlymount
else
    # Should we mount root rw ?  the touch check is to see if the / is
    # already mounted rw in which case there's nothing for us to do
    if mount -vf -o remount / 2> /dev/null | \
       awk '{ if ($6 ~ /rw/) exit 0; else exit 1; }' && \
       ! touch -c / >& /dev/null
    then
        ebegin "Remounting root filesystem read/write"
        mount -n -o remount,rw / &> /dev/null
        if [[ $? -ne 0 ]] ; then
            eend 2 "Root filesystem could not be mounted read/write :("
            if [[ ${RC_FORCE_AUTO} != "yes" ]] ; then
                /sbin/sulogin ${CONSOLE}
            fi
        else
            eend 0
        fi
    fi
fi


Die Abfrage hat den Vorteil das wir über einen frei wählbaren Kernelparameter das Verhalten des Initscript steuern können. Übergeben wir beim booten den Parameter "makereadonly" wird das System mit Hilfe des Scriptes readonly gemountet, ohne dem Parameter verhält sich das System wie normal.

Anschliessend wird im Bootlader noch eine zweite Boot-Option erstellt und der Parameter "makereadonly" hinzugefügt.

Beispiel Lilo:
Code:
image = /boot/vmlinuz
label = Readonly
root = /dev/hda3
append = "makereadonly"
optional

Beispiel Grub:
Code:
title=Readonly
root (hd0,0)
kernel (hd0,0)/vmlinuz root=/dev/hda3 makereadonly


Wenn alles funktioniert braucht im Bootloader nur der Default-Boot so gesetzt werden.

Hinweise

  • /etc/fstab braucht nicht editiert werden, keinesfalls ro in der /etc/fstab setzen
  • mount zeigt / fälschlicherweise als rw gemountet an, ein touch /foo belehrt uns aber eines besseren
  • braucht man / mit Schreibrechten muß ausgeführt werden: mount -o remount,rw /
  • man bedenke das alle Änderungen in den Ramdisk (z.B. /etc) usw. nur Wirkung bis zum nächsten Reboot haben
  • man sollte über ein Notfallsystem verfügen (z.B. booten von CD-Rom) denn falls was schiefgeht bootet das System nicht mehr bis zum Prompt
  • ggf. hat man mit obigen Script ein paar Fehlermeldungen (z.B. kopieren von leeren Verzeichnissen), diese können wenn alles funktioniert nach /dev/null umgeleitet werden (z.B. cp ... &> /dev/null)
  • die oben angebenen Verzeichnisse sollten geprüft werden ob sie überhaupt entsprechend klein sind und in die Ramdisk passen würden (du -sh /var/lib) , ansonsten muss die Verzeichnisliste verfeinert werden
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